Strickwaren gepflegt aussehen zu lassen, ist gar nicht so einfach. Pullover knittern an den Ellbogen, Strickjacken verlieren auf der Stuhllehne ihre Form, und ein heißes Bügeleisen kann ein Zopfmuster in Sekunden plattdrücken oder auf Wolle eine glänzende Stelle hinterlassen. Ist ein Dampfglätter für Strickwaren also die bessere Wahl? In den meisten Fällen ja. Hier erfahren Sie, warum, wie es richtig geht und in welchen wenigen Fällen ein Bügeleisen oder eine andere Methode sinnvoller ist.

Warum Dampf zu Strick passt

Gestrickter Stoff besteht aus Maschen statt aus einem flachen Gewebe. Diese Struktur gibt einem Pullover Dehnbarkeit, Weichheit und Textur, und genau deshalb kann das Plattdrücken mit einer schweren Sohle Schaden anrichten.

Dampf wirkt anders. Warme Feuchtigkeit entspannt die Fasern, vor allem natürliche wie Wolle, Kaschmir und Merino. Falten verschwinden, und die Maschen legen sich wieder an ihren Platz. Da kein Druck auf den Stoff kommt, behalten Rippen, Zöpfe und Reliefmuster ihre Tiefe. Gerade Wolle reagiert gut auf Dampf, weil ihre Fasern Feuchtigkeit von Natur aus aufnehmen und wieder abgeben.

Dampf hilft außerdem, Strick zwischen zwei Wäschen aufzufrischen. Viele waschen Pullover weit häufiger als nötig, was sie schneller abnutzt. Sanftes Dämpfen und gutes Lüften reichen oft, um einen ein- oder zweimal getragenen Pullover aufzufrischen.

Dampfglätter oder Bügeleisen: die wichtigsten Unterschiede

  • Textur. Ein Bügeleisen drückt die Oberfläche flach. Mit Dampf bleiben Zöpfe, Rippen und grober Strick voll und plastisch.
  • Glanz und Brandflecken. Direkte Hitze und Druck können auf dunkler Wolle glänzende Stellen hinterlassen oder empfindliche Fasern ansengen. Dampf mit etwas Abstand vermeidet das.
  • Ausdehnen. Wer ein Bügeleisen über einen Pullover auf dem Brett zieht, kann ihn aus der Form bringen. Beim Dämpfen am Bügel oder auf einer ebenen Fläche passiert das nicht.
  • Tempo. Kein Brett aufbauen, kein mehrfaches Wenden. Für eine schnelle Auffrischung vor dem Ausgehen ist ein Dampfglätter einfach schneller.
  • Präzision. Für scharfe Kanten, die man bei Strick ohnehin selten möchte, und zum Spannen bestimmter Formen mit einem feuchten Tuch ist ein Bügeleisen weiterhin besser.

Einen umfassenderen Vergleich für alle Stoffe finden Sie in unserem Ratgeber Dampfglätter oder klassisches Bügeleisen.

So dämpfen Sie einen Pullover richtig

  1. Pflegeetikett prüfen. Die meisten Pullover aus Wolle, Kaschmir und Baumwolle vertragen Dampf. Wenn das Etikett Bügeln oder Dämpfen ausschließt, halten Sie sich daran. Unser Ratgeber zu Pflegesymbolen erklärt, was jedes Symbol bedeutet.
  2. Breiten, gepolsterten Bügel verwenden oder flach hinlegen. Dünne Drahtbügel hinterlassen Beulen an den Schultern schwerer Strickstücke. Grobe Pullover dämpfen Sie oft besser flach auf einem Handtuch.
  3. Etwas Abstand halten. Halten Sie den Dampfkopf bei Strick ein paar Zentimeter vom Stoff entfernt, statt ihn aufzudrücken. Lassen Sie den Dampf arbeiten.
  4. Von oben nach unten in langsamen Bahnen arbeiten. Beginnen Sie mit Schultern und Körper, dann die Ärmel. Hartnäckige Falten an den Ellbogen brauchen etwas länger.
  5. Mit den Händen in Form bringen. Solange die Fasern warm und entspannt sind, streichen Sie den Pullover sanft in Form. Saum und Bündchen glatt ziehen und Rippen auf ihre ursprüngliche Breite bringen.
  6. Vor dem Tragen abkühlen und trocknen lassen. Diesen Schritt überspringen die meisten. Lassen Sie den Pullover zehn bis fünfzehn Minuten flach liegen oder auf einem gepolsterten Bügel hängen, damit sich die Fasern in der neuen Form setzen.

Strick flach trocknen und in Form bringen

Dampf ist besonders nach dem Waschen nützlich. Strickwaren sollten meist flach auf einem Handtuch trocknen und nie nass aufgehängt werden, weil das Gewicht des Wassers sie dehnt. Sobald sie trocken sind, glättet ein leichter Dampfstoß Abdrücke vom Handtuch und hilft Ihnen, Körper und Ärmel in Form zu bringen.

Hat ein Pullover mit der Zeit seine Form verloren, legen Sie ihn flach hin, dämpfen ihn leicht und bringen ihn dann mit den Händen behutsam wieder auf die richtigen Maße. Vollständig abkühlen lassen, bevor Sie ihn bewegen. Das funktioniert am besten bei Naturfasern wie Wolle und Kaschmir.

Fasern, die besondere Sorgfalt brauchen

  • Kaschmir und Merino. Sie reagieren wunderbar auf Dampf. Den Dampfglätter in Bewegung halten und etwas weiter weg führen, damit die Oberfläche nicht feucht wird.
  • Mohair und Angora. Dampf kann die Fasern schön auflockern, aber halten Sie deutlich Abstand und berühren Sie den Stoff nicht.
  • Acryl und andere Synthetikfasern. Viele synthetische Strickwaren mögen keine hohe Hitze. Zu viel Dampf kann sie dauerhaft weich werden lassen oder dehnen. Erst an einer inneren Naht testen und kurze Dampfstöße mit mehr Abstand verwenden.
  • Verzierter Strick. Pailletten, Perlen und manche Drucke können durch Hitze beschädigt werden. Von innen dämpfen oder diese Stellen aussparen.

Wenn Sie sich bei einem Stoff unsicher sind, ist unser Ratgeber Welche Stoffe kann man dämpfen? ein guter Ausgangspunkt.

Was Dampf nicht löst

Dampf ist hervorragend gegen Falten und zum Auffrischen, entfernt aber keine Knötchen. Pilling entsteht dort, wo Fasern aneinander reiben, meist unter den Armen und an den Seiten, und diese kleinen Faserknäuel müssen entfernt werden. Ein Fusselrasierer wie der Fridja f40 Fusselrasierer entfernt sie schonend, und ein kurzes Dämpfen danach lässt die Oberfläche glatt aussehen. Unser Artikel So entfernen Sie Knötchen von Strickwaren erklärt die Technik Schritt für Schritt.

Auch Flecken oder hartnäckige Gerüche entfernt Dampf nicht. Braucht ein Pullover eine richtige Reinigung, waschen Sie ihn laut Etikett und dämpfen Sie ihn, sobald er trocken ist.

Welcher Dampfglätter eignet sich am besten für Strick?

Sowohl Stand- als auch Hand-Dampfglätter funktionieren gut bei Strick. Die richtige Wahl hängt davon ab, wie viele Strickstücke Sie haben und wie Sie am liebsten arbeiten.

Für einen ganzen Kleiderschrank voller Pullover und Mäntel ist ein Standgerät am bequemsten. Der Fridja f1200 Dampfglätter Pro hat einen 2200-W-Motor mit Dauerdampf, und die Bedienung sitzt am Sockel statt als Abzug am Griff. So können Sie mehrere Kleidungsstücke nacheinander dämpfen, ohne dass die Hand ermüdet. Am integrierten Bügel lässt sich ein Pullover außerdem gut rund um die Ärmel bearbeiten.

Für schnelles Auffrischen und wenig Platz ist ein Handgerät ideal. Der Fridja f20 Hand-Dampfglätter Pro mit Saugfunktion heizt in etwa 30 Sekunden auf und wiegt unter einem Kilo. Seine Saugfunktion zieht den Stoff an eine 160 °C heiße Platte und sorgt bei Hemden für ein gebügeltes Finish. Bei strukturiertem Strick halten Sie ihn einfach knapp vom Stoff entfernt und nutzen nur den Dampf, damit die Maschen nicht plattgedrückt werden.

Das ganze Sortiment finden Sie in unserer Kollektion Dampfglätter.

Strick so lagern, dass er weniger Dampf braucht

  • Schweren Strick falten, nicht aufhängen. Aufhängen zieht die Schultern mit der Zeit aus der Form.
  • Pullovern Platz lassen. Eng gestapelt in einer Schublade entstehen tiefe Falten.
  • Vor dem Wegräumen lüften. Ein Pullover, den Sie einen Abend getragen haben, sollte ein paar Stunden lüften, bevor er zurück in den Schrank kommt.
  • Sauber lagern. Motten werden von Körperfett und Essensflecken angezogen. Waschen oder dämpfen Sie Strick daher, bevor Sie ihn für die Saison einlagern. Unser Ratgeber Winterkleidung richtig lagern geht näher darauf ein.

Das Fazit

Für die meisten Strickwaren ist ein Dampfglätter schonender, schneller und freundlicher zur Textur als ein Bügeleisen. Er löst Falten, frischt zwischen den Wäschen auf und hilft, Pullover nach dem flachen Trocknen in Form zu bringen. Halten Sie den Dampfkopf etwas vom Stoff entfernt, formen Sie ihn, solange er warm ist, und lassen Sie jedes Teil abkühlen, bevor Sie es tragen. Kombinieren Sie Ihren Dampfglätter mit einem Fusselrasierer gegen Knötchen, dann sehen Ihre Lieblingspullover viel länger wie neu aus.


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